EU-Jugendkonferenz in Prag

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Vom 11.-13. Juli 2022 fand die EU-Jugendkonferenz unter tschechischer Ratspräsidentschaft statt. Dazu kamen in Prag junge Menschen aus ganz Europa zusammen, um sich über politische Forderungen für eine inklusivere und nachhaltigere Gesellschaft auszutauschen. Nachdem die letzte EU-Jugendkonferenz im Januar leider nur online stattfinden konnte, war es für unsere Jugendvertreterinnen Sakiye Boukari und Wiebke Schricker eine spannende Erfahrung. Begleitet wurden Sie von Raoul Taschinski, stellvertretender Vorsitzender des Bundesjugendrings.

„Meine erste analoge EU-Jugendkonferenz in Prag war ein schöner Anlass, Delegationen aus anderen Ländern kennenzulernen, ihre Good Practice Beispiele zur Umsetzung der Jugendziele #3 (Inklusion) und #10 (Nachhaltigkeit) anzuhören und mit den Menschen in Workshops zusammenzuarbeiten. In meinem Workshop zum Thema ‚Information and Education‘ war die Lust am gemeinsamen Arbeiten sehr spürbar. Für mich war der sogenannte Market, in dem je eine Person aus den Delegationen die eigenen Good Practice Beispiele erläutert hat, sehr hilfreich, denn im Workshop ging es dann primär darum diese Beispiele zu analysieren.“

Sakiye Boukari,  EU-Jugendvertreterin 2022/2023 für den EU-Jugenddialog beim Deutschen Bundesjugendring

„Neben vielen spannenden, inspirierenden und innovative Gesprächen mit anderen EU-Jugendvertreter*innen hat  das Thema Youthwashing* eine große Rolle gespielt, insbesondere bei Plenumstreffen. Der Wunsch von allen Jugenddelegierten ist groß, der Scheinbeteiligung ein Ende zu setzen und auch politischen Entscheidungsträger*innen zu zeigen, dass Standpunkte und Ideen junger Menschen in Veränderungsprozessen der EU wiedergefunden werden müssen. Ansonsten handelt es sich lediglich um Scheinbeteiligung. Um das umzusetzen, ist eine Beteiligung von so vielen jungen Menschen wie möglich nötig und dafür setze ich mich ein.“

Wiebke Schricker, EU-Jugendvertreterin 2022/2023 für den EU-Jugenddialog beim Deutschen Bundesjugendring

Die Forderungen der Jugendvertreterinnen zu den EU-Jugendzielen #3 (Inklusion) und #10 (Nachhaltigkeit) wurden im Rahmen des EU-Jugenddialogs in Deutschland gesammelt und auf der EU-Jugendkonferenz mit anderen jungen Menschen und politischen Entscheidungsträger*innen diskutiert. Nun ist es Aufgabe der Politik diese Ergebnisse bei ihren Entscheidungen zu berücksichtigen und neue Entwicklungsprozesse anzustoßen. So können die Jugendminister*innen der EU-Mitgliedstaaten Forderungen etwa in die Schlussfolgerungen und Entschließungen des Rates der EU einfließen lassen.

„Die Frage, wie eine nachhaltige Gesellschaft gerecht und inklusiv gestaltet werden kann, beschäftigt junge Menschen ganz besonders. Deshalb war es besonders spannend im Rahmen der Jugendkonferenz über Umsetzungsmöglichkeiten und Praxisbeispiele diskutieren zu können. Schade war es allerdings, dass die EU-Ministerin für Jugend nicht wie in den vergangenen Jahren an der Konferenz teilgenommen hat.“

Raoul Taschinski, stellvertretender Vorsitzender des Bundesjugendrings

Die Jugendkonferenz in Prag leitet die nächste Phase des EU-Jugenddialogs ein. Nachdem in den vergangenen Monaten Forderungen junger Menschen in Deutschland gesammelt wurden, sollen nun unter dem Motto „From youth goals to youth actions“ Ideen für die Umsetzung der Forderungen entwickelt werden.

Die EU-Jugendkonferenzen sind Teil der EU-Jugendstrategie und des EU-Jugenddialogs. Weitere Informationen dazu gibt es aus der Website des EU-Jugenddialogs.

Ein ausführlicher Bericht unserer Jugenddelegierten zur Konferenz wird ab September verfügbar sein.

*Youthwashing bezeichnet Maßnahmen von Institutionen und Unternehmen, die das Ziel haben, den Eindruck zu erwecken, dass junge Menschen beteiligt würden, ohne das dahinter jedoch ein ehrliches Interesse an guter Jugendbeteiligung steht. Was der Bundesjugendring unter wirksamer Jugendbeteiligung versteht, findet ihr hier.

 

Der offizielle Bericht zur EU-Jugendkonferenz