Bericht zur EU-Jugendkonferenz in Kopenhagen

Print Friendly, PDF & Email

Vom 21. bis 23. September 2025 fand in Kopenhagen, Dänemark, die zweite EU-Jugendkonferenz des  11. Zyklus des EU-Jugenddialogs statt. Wie bereits die Auftaktkonferenz in Lublin stand auch sie unter dem Motto  „Die EU mit der Jugend zusammenbringen“. Organisiert wurde die Veranstaltung im Rahmen der dänischen Ratspräsidentschaft, die Teil des aktuellen Trio-Vorsitzes (Polen – Dänemark – Zypern) ist.

Deutschland war mit einer fünfköpfigen Delegation vertreten: Emma Stremplat und Eva-Marie Deckers (EU-Jugendvertreterinnen), Moritz Tapp (Vorstandsmitglied DBJR) Thomas Hoffmann (Vertreter der Bundesländer) und Ann-Kathrin Fischer (Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend).

Im Mittelpunkt der Konferenz standen die Verhandlungen zur neuen Programmgeneration von Erasmus+ (2028-2034), die im kommenden Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) festgelegt wird. Diskussionsgrundlage bildete der aktuelle Programmentwurf, den die Europäische Kommission im Juli 2025 veröffentlicht hat.

In acht Working Groups beleuchteten die Teilnehmenden vielfältige Perspektiven auf das Erasmus+ Programm – darunter die Programmlinie für Jugendorganisationen, die formale Bildung und das Europäische Solidaritätskorps, aber auch Fragen der Zugänglichkeit und Sichtbarkeit. Gemeinsam mit Vertreter*innen von INGYOs, ministeriellen Delegierten sowie dem Europäischen Jugendforum (YFJ) erarbeiteten die Gruppen jeweils drei Forderungen.

Wir, die EU-Jugendvertreter*innen, waren in den Working Groups „Erasmus+ 2028 – 2034 and Youth Organisations“ und „Accessibility and Inclusion of the Erasmus+ 2028 – 2034“ vertreten. Die Verhandlungen innerhalb der Working Groups liefen erfolgreich, wir konnten alle unsere Forderungen durchsetzen. Positiv war auch, wie der Entscheidungsfindungsprozess innerhalb der Working Groups organisiert wurde. So wurden alle maßgeblichen Entscheidungen demokratisch getroffen. Außerdem kamen den „Facilitators“ der Working Groups eine eher unterstützende und weniger aktive Rolle zu. Im Vergleich zu vorherigen Jugendkonferenzen hatten die Jugendvertreter*innen so deutlich mehr Einfluss auf das Vorgehen innerhalb der Working Groups und somit auch auf die Ergebnisse dieser.

Im Plenum stimmten die EU-Jugendvertreter*innen über diese Vorschläge ab, sodass pro Arbeitsgruppe eine gemeinsame Forderung verabschiedet wurde. Die Ergebnisse flossen in ein Policy Papier ein. Zu den zentralen Forderungen gehören unter anderem ein eigenes Jugendkapitel mit zweckgebundener Finanzierung, die Entbürokratisierung der Antragstellung durch flexiblere Formate, sowie eine stärkere Fokussierung auf Selbstentwicklung und Solidarität in den Freiwilligenprogrammen.

Insgesamt gingen wir mit einem positiven Gefühl aus der Konferenz. Zum einen hatten wir die Möglichkeit, viele spannende Personen und unterschiedliche Perspektiven aus der ganzen EU kennenzulernen. Außerdem wurden viele Strukturänderungen, die in Folge vergangener Konferenzen gefordert wurden, umgesetzt. So erhielten wir am Anfang der Konferenz ein Follow-Up dazu, inwiefern Forderungen aus vergangenen Jugendkonferenzen innerhalb der Europäischen Kommission umgesetzt werden oder umgesetzt werden sollen. Zudem erhielten unsere Forderungen durch das Abstimmungsverfahren demokratische Legitimität. Auch hatten wir während der Konferenz die Möglichkeit, Entscheidungsträger*innen auf EU- und nationaler Ebene unsere Forderungen vorzustellen und (wenn auch nur kurz) mit ihnen darüber zu diskutieren.

Für die nächsten Konferenzen wünschen wir uns längere Zeitrahmen für die Working Groups, um Forderungen detaillierter ausarbeiten zu können, sowie die Möglichkeit, in detaillierteren Austausch mit Entscheidungsträger*innen gehen zu können. Außerdem wäre ein noch durchdachteres Abstimmungsverfahren (z.B. mit der Möglichkeit, Änderungsanträge zu stellen) hilfreich.

Die nächste EU-Jugendkonferenz findet vom 17. bis zum 20. März 2026 in Zypern statt. Wir freuen uns darauf, auch dort unsere Forderungen und die Stimme der Jugend auf EU-Ebene einzubringen.